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Lisa Weinzierl | Interview zu KI-Schulung bei Mitarbeitenden

Geschrieben von Ylenia Sieber | 22.10.2026

«Einfach nie blind vertrauen. Ich akzeptiere nie das erste Ergebnis und gehe immer iterativ vor».  Das ist der Rat von Lisa Weinzierl, wenn es um den Umgang mit KI geht.

Lisa Weinzierl ist KI-Strategin und Inhaberin von ctrl-f.tech. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Unternehmen künstliche Intelligenz nicht nur einführen, sondern sinnvoll einsetzen. Ihr Fokus liegt auf der Verbindung von Technologie, Geschäftsmodellen und Menschen – und darauf, was es braucht, damit aus einer KI-Vision erfolgreiche Praxis wird.


Lisa, du bist KI-Strategin und beschäftigst dich seit Jahren mit Data & AI. Was hat dich ursprünglich an diesem Thema gepackt und was fasziniert dich heute noch daran?
Mich fasziniert das Potential zur Disruption von Geschäftsmodellen. Die Logik, dass mathematische Modelle aus den 1960er Jahren nun mit den heutigen Daten wirklich einen Nutzen bringen können, finde ich beeindruckend.

Seien wir ehrlich: Mitarbeitende nutzen KI. Mit oder ohne Erlaubnis, mit oder ohne Schulung. Wenn du ehrlich schätzt: Wie viele Unternehmen wissen wirklich, was in ihrem Unternehmen gerade in Copilot, ChatGPT und Co. eingegeben wird?
Absolut, die Nutzung ist auch mit Studien belegbar und wohl gesetzt. Was aber weiterhin ein Fragezeichen bleibt oder schwierig messbar zu machen, ist der wirtschaftliche Benefit. Wofür nutzen meine Mitarbeitende die Lizenz wirklich? Wenn die PowerPoint generiert wird und die Leserschaft die PowerPoint wieder zusammenfassen lässt, haben wir dann wirklich Fortschritt?

Viele Firmen haben in KI-Lizenzen investiert und in Schulungen kaum. Warum glauben so viele, ein Tool einzuführen sei dasselbe wie Mitarbeitende fit zu machen?
Das ist ja kein neues Problem. Seit Jahrzehnten führen Firmen neue Technologien ein und unterschätzen, wie viel Adoption, Change Management und Training es für den Faktor Mensch benötigt. Wir sind nun mal nicht für Veränderung gemacht.

Ist «KI-Kompetenz» bald eine Grundkompetenz oder erwarten wir gerade zu viel von normalen Mitarbeitenden?
Ich hoffe, es ist eine Grundkompetenz, so wie E-Mails schreiben. Ich finde sehr spannend, wie Singapur es sogar als staatliche Aufgabe sieht hier «Gas zu geben».

Wie viel KI-Schulung braucht es wirklich? Reicht ein zweistündiger Workshop oder reden wir über eine ganz neue Form von Weiterbildung?
Ich sage es braucht eine völlig neue Variante von Weiterbildungen. Materialien, die heute «gut» sind, sind bereits Morgen veraltet. Firmen benötigen ein rollierendes System.

KI kann überzeugend klingen und trotzdem kompletten Unsinn erzählen. Wie lernen Mitarbeitende, einer KI zu vertrauen – ohne ihr blind zu vertrauen?
Kurzer Ratschlag: Einfach nie blind vertrauen. Ich akzeptiere nie das erste Ergebnis und gehe immer iterativ vor.

«KI fragen kann jeder.» Woran erkennst du, ob jemand wirklich mit KI arbeiten kann?
Ja, also eine Frage eintippen ist nicht die Magie. Aber einen neuen Workflow denken, Prompts standardisieren, erklären was ein LLM gut kann und was nicht, schon.

Welche Situation aus deiner Arbeit hat dich überrascht oder erschreckt, weil jemand der KI blind vertraut hat?
Ich finde dramatisch, wie sehr Basisthemen mit KI noch extremer unter Druck geraten. Beispielsweise Vergabe von Passwörtern (1234 ist einfach schlecht), oder dann auch Credentials in öffentlichen Tools eingeben, speichern oder Zugriffe erteilen. Es gibt einfach klare Basics im Software Engineering die gelten auch im Alter von AI.

Bald steht unser Webinar «KI fragen kann jeder. Denken nicht. Wer schult die Mitarbeitenden, während alle der KI vertrauen?» an. Was können wir hier noch von dir erwarten?
Klare Dos & Don'ts, ein Appell an den gesunden Menschenverstand und die Frage, wie wir Mitarbeitende fit für den Umgang mit KI machen. Dazu zeige ich, wie ich AI persönlich für den Business-Aufbau nutze – und warum physische Business-Modelle dadurch wieder sehr profitabel werden könnten.

KI fragen kann jeder. Denken nicht. Wer schult die Mitarbeitenden, während alle der KI vertrauen?

Mitarbeitende nutzen KI. Aber wissen sie auch, was sie tun? Welche Ergebnisse können sie übernehmen? Wo müssen sie kritisch bleiben? Und wer zeigt ihnen, wie sie künstliche Intelligenz sinnvoll und verantwortungsvoll einsetzen, statt ihr blind zu vertrauen?

Darüber sprechen wir im vierten Webinar am 29.10.2026 um 11.00 Uhr unserer Serie «Ready or not. AI is here.» mit Lisa Weinzierl, KI-Strategin. Es geht um klare Richtlinien und die Frage, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden fit für den Umgang mit KI machen. Ohne blinden Hype. Dafür mit konkreten Impulsen für den Arbeitsalltag.