Blog & News

Azure Bootcamp 2026

Geschrieben von Jannik Reinhard | 26.05.2026

Manchmal liegt der spannendste Konferenztag des Jahres nicht in Kopenhagen, Seattle oder Berlin – sondern wenige Gehminuten von unserem Berner Office entfernt. Genau dort, in der Welle 7 direkt am Berner Hauptbahnhof, fand am 21. Mai das Azure Bootcamp Switzerland 2026 statt. Ausverkauft, drei parallele Tracks, eine Schweizer Community, die sich kennt – und eine Energie, die so nur eine ehrlich community-getriebene Konferenz erzeugt.

Was das Azure Bootcamp so besonders macht, ist seine DNA: Es ist und bleibt eine 100 % community-getriebene, non-profit Konferenz – organisiert von den Azure User Groups Zürich und Bern, getragen von Engineers für Engineers. Genau das spürt man, sobald man die Türen der Welle 7 betritt. Die Gespräche sind direkter, die Fragen ehrlicher und der Austausch geht weit über die Sessions hinaus. Hier trifft sich keine anonyme Konferenz-Crowd, sondern ein Netzwerk aus Menschen, die täglich an denselben Themen arbeiten – und die wissen wollen, wie es bei den anderen läuft.

Für uns als Berner Unternehmen hatte der Tag noch einen besonderen Beigeschmack: Heimspiel. Und ein Heimspiel, das gezeigt hat, wie lebendig die Schweizer Microsoft-Community gerade ist.

Nicht nur dabei, sondern mittendrin.

Wie schon an der ELDK26 in Kopenhagen hatten wir auch in der Welle 7 unsere Carrera Bahn mit dabei – und sie hat einmal mehr gezeigt, wie gut technische Tiefgangsgespräche und ein bisschen Wettkampf zusammenpassen. Zwischen zwei Sessions auf eine Runde vorbeikommen, ein paar Worte austauschen, dann zurück in den Track: Genau dieses Format passt zum Community-Charakter des Bootcamps.

Was uns besonders gefreut hat, war die Qualität der Gespräche an unserem Stand. Es ging selten um Tools im Einzelnen, dafür umso häufiger um die grösseren Fragen dahinter: Wie balancieren wir Souveränität und Innovation? Wie holen wir AI sicher in die Produktion? Wie gestalten wir Plattformen so, dass App-Teams autonom arbeiten können, ohne dass Governance darunter leidet? Das deckt sich exakt mit dem, was wir bei Epic Fusion täglich sehen – und es war wertvoll, diese Diskussionen mit so vielen Praktiker:innen aus der Schweizer Szene direkt zu führen.

Sovereign Cloud: Die Schweiz geht voran

Den Ton des Tages setzte René Räber, CTO bei Microsoft Schweiz, mit seiner Keynote zur «Azure Sovereign Architecture». Digitale Souveränität ist in Europa – und besonders in der Schweiz – vom Buzzword zu einer ganz konkreten Anforderung geworden. Datenresidenz, Schlüsselverwaltung, operative Kontrolle und demokratische Aufsicht sind heute keine «Nice-to-haves» mehr, sondern Eintrittskarten für eine wachsende Zahl an Use Cases im öffentlichen Sektor und in regulierten Industrien.

Spannend war vor allem, wie konkret die Schweiz hier mittlerweile vorangeht. Räber zeigte ein Kontinuum aus Sovereign Public Cloud, Sovereign Private Cloud und Customer-operated bzw. vollständig disconnected Environments – jeweils zugeschnitten auf die regulatorischen Realitäten von DSG, GDPR, sektorspezifischen Vorgaben und nationalen Datenschutzgesetzen. Die Botschaft war klar: Souveränität ist kein Schalter, sondern ein Spektrum. Und der Schweizer Markt zeigt im Moment exemplarisch, wie Innovation und Souveränität gleichzeitig gedacht werden können.

Für uns bei Epic Fusion war das eine der wichtigsten strategischen Botschaften des Tages. Die Diskussion in Kundenprojekten verschiebt sich gerade fundamental: weg von «Sind wir compliant?» – hin zu «Welcher Souveränitäts-Modus passt zu welcher Workload?». Wer öffentliche Verwaltung, Healthcare oder Finanzdienstleister begleitet, muss diese Differenzierung heute aktiv gestalten können. Nicht erst dann, wenn die Compliance-Abteilung anklopft.

Drei Tracks, ein Tag, ein beeindruckender Themenmix 

Über den Tag verteilt liefen drei parallele Tracks und die thematische Bandbreite war eindrücklich. «Time Bombs in Entra ID» zeigte, wie viele ungesehene Risiken in der App-Registrierung schlummern. «Subscription Vending at Scale» bei Vaudoise und «From Chaos to Control: Streamline Azure Policy Management with EPAC» machten deutlich, wie ernst es die grossen Schweizer Häuser inzwischen mit Governed Self-Service nehmen. «Building Secure RAG: Enforcing Data Governance with Azure AI Search and Purview Sensitivity Labels» traf einen Nerv – RAG-Sicherheit ist 2026 oft genau der Punkt, an dem AI-Projekte wirklich entschieden werden.

Dazu kamen «Hybrid AI – Orchestrating Collaboration Between On-Device and Cloud Models», die FinOps-Perspektive auf rasant wachsende AI-Kosten und ein wirklich bewegender Closing Talk der sureVIVE-Gründer dazu, wie Azure echte Leben retten kann. Das Programm hat den Bogen gespannt von Plattform-Governance über AI bis zu Mission-Critical-Workloads und genau diese Spannweite macht das Bootcamp aus.

Aus dem Konzept in die produktive Anwendung.

Auch wir waren mit einer Session auf der Bühne: Jannik Reinhard, unser Head of AI, hat in «From concept to a productive application – How AI can support you» gezeigt, wie sich AI-Ideen heute realistisch in produktive Anwendungen überführen lassen – inklusive der oft unterschätzten Schritte rund um Architektur, Security, Governance und Operating Model. Im Zentrum standen die Fragen, wo AI den Entwicklungsprozess heute spürbar beschleunigt und wo die typischen Fallstricke lauern, wenn ein Prototyp den Sprung in den produktiven Betrieb schaffen soll.

Jannik bringt es auf den Punkt: «Die spannendsten Diskussionen entstehen oft nicht im Q&A, sondern beim Kaffee danach. Genau das macht das Azure Bootcamp Switzerland so wertvoll – die Community ist ehrlich, neugierig und ungemein nah dran an der Praxis.»

Diese Beobachtung deckt sich mit dem, was wir den ganzen Tag über an unserem Stand und in den Hallway-Gesprächen erlebt haben: Die wirklich spannenden Fragen kommen meistens nicht von der Bühne, sondern aus den ehrlichen Gesprächen danach. Und genau aus diesen Gesprächen entstehen die nächsten Projekte.

 

Super organisiert. Und es hat schlicht Spass gemacht.

Was man dem Organisationsteam rund um die Azure User Groups Zürich und Bern wirklich hoch anrechnen muss: Der Tag lief wie am Schnürchen. Pünktliche Sessions, durchdachte Coffee Breaks, ein Setup, das Networking nicht erschwert, sondern aktiv einlädt – und am Ende ein Apéro mit Swisscom als Sponsor, bei dem die wertvollsten Insights vermutlich erst nach der achtzehnten Uhr entstanden sind.

Es war einer dieser Tage, an denen man merkt: Es macht einfach Spass. Den Speakern, den Organisatoren, den Teilnehmenden. Eine Community, die sich nicht trifft, weil sie muss, sondern weil sie es wirklich will. Und genau dieser Geist macht das Bootcamp Jahr für Jahr erfolgreich.

Unsere Take-Aways: Was wir mitnehmen.

Sovereign Cloud ist in der Schweizer Realität angekommen. Die Frage hat sich verschoben – weg von «Brauchen wir das?» hin zu «Welcher Souveränitäts-Modus passt zu welcher Workload?». Wer in regulierten Branchen unterwegs ist, muss dieses Kontinuum heute aktiv gestalten können.

Governance schlägt Glanz. Subscription Vending, EPAC, Azure Policy, Landing Zones: Die spannenden Probleme in der Cloud sind selten rein technische – sie sind organisatorische. Wer skalieren will, braucht Plattformen mit eingebauten Leitplanken statt Ticket-getriebener Cloud-Governance.

AI ist überall – aber Security bleibt die Eintrittskarte. Egal ob RAG mit Purview-Sensitivity-Labels, Hybrid AI zwischen On-Device und Cloud oder die FinOps-Frage rund um explodierende AI-Kosten: AI war auch beim Bootcamp omnipräsent. Aber kein einziger erfahrener Speaker hat AI ohne Security, Governance oder klares Kostenmodell gedacht.

Community schlägt Content. Wie schon bei ELDK26 in Kopenhagen gilt auch hier: Die besten Erkenntnisse entstehen nicht auf der Bühne, sondern an unserem Stand, an der Carrera Bahn und bei einem Kaffee zwischen zwei Tracks. Die Schweizer Microsoft-Community lebt – und genau das ist das eigentliche Erfolgsrezept dieses Bootcamps.

 

Das Azure Bootcamp Switzerland 2026 war ein rundum gelungener, hervorragend organisierter Tag mit einer Community, die sich gegenseitig nach vorne bringt.

Vielen Dank an die Organisatoren der Azure User Groups Zürich und Bern, an die Sponsoren und an alle Teilnehmenden, die diesen Tag zu dem gemacht haben, was er war.